Junge Deutsche und Israelis begegnen sich heute vielfach unbefangen – die Geschichte der Verfolgung von Juden durch Deutsche scheint bisweilen in den Hintergrund zu treten. Doch die Vergangenheit ist gegenwärtig: Spätestens bei Programmteilen, die die Bearbeitung der Geschichte und Formen des Gedenkens vorsehen, entstehen beiderseits Fragen und nicht selten Hilflosigkeit.
Welche Bedeutung hat die Shoah heute für deutsche und israelische Jugendliche? Wie wird die Geschichte gegenwärtig an die unterdessen dritte und vierte Generation in beiden Ländern vermittelt? Wie können wir für die jungen Generationen beider Länder gemeinsam Wege für gewinnbringend verknüpftes Begegnen und Erinnern entwickeln?
Zu dieser Tagung laden wir deutsche und israelische Verantwortliche und InteressentInnen im Feld deutsch-israelischer Jugend- und Fachkräftebegegnungen herzlich ein!
Die Tagung ist eine gemeinsame Veranstaltung von ConAct und dem Institut Neue Impulse für den Jugendaustausch zwischen Deutschland und Israel.
Termin: 22. – 25. Oktober 2003
Ort: Internationale Jugendbegegnungsstätte Ravensbrück, Fürstenberg/Havel
Ausschreibung
Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch
Umgehen mit der Gegenwärtigkeit von Vergangenheit
im deutsch-israelischen Jugendaustausch
Nächste Schritte der Kooperation mit ConAct sind u.a. eine aktuelle Zusammenstellung mit Kurzinfos aller aktiven Organisationen. Auch hinsichtlich zu gebender Sicherheitshinweise für Freiwillige und mit Blick auf die zeitliche und inhaltliche Planung von Begleitseminaren in Israel ist eine Zusammenarbeit abgesprochen. Die Vernetzung der Freiwilligen-Arbeit soll eine Kontinuität bekommen: In Abständen von zwei Jahren will man sich wiedertreffen, beim nächsten Mal vielleicht in Israel.
Seit dem 01. September 2003 hat Claudia Kreuter ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Kultur bei ConAct begonnen. Sie löst damit Carmen Jähnigen ab, die während ihrer Mitarbeit bei ConAct verschiedene Projekte unterstützte und den mehrtägigen Info-Stand auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin in eigener Regie organisiert hatte. Wir danken Carmen für ihre engagierte und wendige Mitarbeit und freuen uns auf über die neue und hilfreiche Mitwirkung von Claudia Kreuter.
‚Uns hat keiner gefragt’ –
Positionen der dritten Generation zur Bedeutung des Holocaust
Aus dem Vorwort des Buches:
„ ‚Ich bin 1972 geboren und in der Bundesrepublik aufgewachen. Als ich sieben war, sah ich im Fernsehen eine Serie über den Judenmord. Mein Lieblingsbuch war ‚Als Hitler das rosa Kaninchen stahl.’ Im Urlaub fand ich es immer ein bisschen peinlich, deutsch zu sein.’ Niemand lässt sich gerne in eine Biographie pressen. Wer aber wie wir von außen als ‚dritte Generation’ wahrgenommen wird, ist geneigt, sich auch von innen zu positionieren.(...) Mit diesem Band liegt eine Sammlung von Aufsätzen über die Bedeutung des Holocaust für unsere, die dritte Generation vor.“
Erschienen: Hrsg. Jens Fabian Pyper, Philo Verlagsgesellschaft mbH, Berlin/Wien, 2002, 19,90 Euro.
Gläserne Facetten
Kurzgeschichten
Nava Semel, die Autorin des Buches, wurde 1954 in Israel geboren und ist Tochter einer Auschwitz-Überlebenden und eines Widerstandskämpfers. Ihr Buch kreist um das Leben der Zweiten Generation von Überlebenden der Shoah in Israel. Im Mittelpunkt der Geschichten stehen Menschen, die sich im Schatten der Vergangenheit mit ihrer israelischen Identität konfrontieren und neue Begriffe von Heldentum und Überleben entdecken.
Erschienen: Dr.Orgler, Frankfurt am Main, 2000, 18,- Euro.
Für Ihr Interesse herzlichen Dank!
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