Blitzlichter -
Informationen zum deutsch-israelischen Jugendaustausch
Der deutsch-israelische Jugendaustausch blickt im Jahr 2007 auf eine mehr als 50-jährige Geschichte zurück. Mit ersten Besuchen junger Deutscher in Israel Mitte der 50er Jahre haben die hieraus entstandenen Austauschprogramme ein wichtiges Stück des Weges zum Entstehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel mit bereitet.
Zur Geschichte des Jugendaustausches...
Zahlen heute...
Weitere sowie detailliertere Informationen...
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Die Informationen, erweitert um die Zusammenstellung von Bedeutungsaspekten deutsch-israelischer Begegnungen, finden Sie auch hier als pdf-Datei. Weitere sowie detailliertere Informationen und Literaturhinweise erhalten Sie bei ConAct.
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- 1961 wurden bereits 60 Gruppen, 1963 mehr als 200 Gruppen junger Deutscher nach Israel gezählt.
- 1969 wurde der Jugendaustausch zwischen Deutschland und Israel von beiden Regierungen institutionalisiert und die Regierungsvertreter beider Seiten einigten sich zum ersten Mal auf jährlich stattfindende Austausch-programme.
- Nach dem Attentat auf die israelische Mannschaft bei den olympischen Spielen 1972 in München wurden die Mittel für den Jugendaustausch deutlich erhöht. Seither gab es jährlich zahlreiche Programme, die aus Mitteln des Kinder- und Jugendhilfeplans (KJP) des Bundes gefördert wurden; hierfür standen ca. 2 Mio. DM jährlich zur Verfügung.
- 1973 wurde der ''Gemischte Fachausschuss für den deutsch-israelischen Jugendaustausch'' eingerichtet. Erstmals wurden für beide Seiten verbindliche Absprachen getroffen.
- Den statistischen Höhepunkt deutsch-israelischer Programme belegen Zahlen aus dem Jahr 1988. Hier wurden insgesamt 278 deutsch-israelische Programme mit 4145 deutschen und 1901 israelischen Teilnehmenden gefördert.
- In den 90er Jahren flossen über Global- und Sondermittel jährlich etwa ca. 3 Mio. DM aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP) in den deutsch-israelischen Jugendaustausch. Etwa 3500 deutsche und 2000 israelische Jugendliche profitierten jährlich von dieser Förderung; 40% der Begegnungen fanden in Deutschland, 60% in Israel statt. Hinzu kommen Begegnungen, die von Ländern und Kommunen finanziell gefördert wurden. Auch die zahlreichen Schulpartnerschaften und Schüleraustausch-projekte sind gedanklich hinzuzufügen: Im Jahr 2001 bestanden 146 Schulpartnerschaften, an denen ca. 1400 Schülerinnen und Schüler teilnahmen. Zudem ist der Freiwilligendienst Teil der vielfältigen Jugend-kontakte; in den 90er Jahren arbeiteten jährlich ca. 1.500 deutsche Freiwillige in sozialen, Bildungs- und Gedenkeinrichtungen in Israel.
Auf 50 Jahre hochgerechnet ergibt sich eine Zahl von zumindest 500.000 jungen Menschen beider Länder, die im Rahmen von Austauschpro-grammen die Erfahrung deutsch-israelischer Begegnung machen konnten.
- Die Realisierung und Ausrichtung deutsch-israelischer Austauschpro-gramme ist immer wieder abhängig von aktuellen politischen Entwick-lungen im Nahen Osten und deren (medialer) Rezeption in Deutschland. Der Ausbruch der sog. Zweiten Intifada im September 2000 kann im Rückblick auf 50 Jahre neben zahlreichen kurzfristigen Einschnitten aufgrund politischer Rahmenbedingungen als deutlichste Zäsur angesehen werden. Aufgrund von Sicherheitsbedenken gingen die aus KJP-Sonder-mitteln geförderten Maßnahmen in den Jahren 2002 und 2003 um etwa 35% auf 120 Maßnahmen zurück. Angesichts der schwierigen politischen Rahmenbedingungen war der Einschnitt jedoch weniger gravierend als häufig angenommen. Im Jahr 2004 wurde der Tiefpunkt überschritten und bereits im Jahr 2005 konnten wieder 182 Begegnungsprogramme durchgeführt werden, 88 davon in Israel. Trotz der schwierigen Jahre wurden zwischen 2003 und 2006 mehr als 25 neue Projektpartnerschaften ins Leben gerufen, die in dieser Zeit bereits mehr als 40 neue Austausch-projekte durchgeführt haben. Die Anzahl der zur Förderung vorgeschla-genen Maßnahmen für das Jahr 2006 war mit 233 erfreulich hoch – der deutsch-israelische Jugendaustausch erreichte wieder den Umfang vor den Zeiten der sog. Zweiten Intifada.
Der Krieg im Libanon und im Norden Israels im Sommer 2006 hat erneut kurzfristig ‚Löcher’ in die geplanten Begegnungsabläufe gerissen. In der Entschlossenheit, die Zusammenarbeit mit den israelischen Partnern trotz der immer wieder schwer einschätzbaren Lage fortzuschreiben, wurden Begegnungen unmittelbar auf den Herbst 2006 verschoben.
In ‚Krisenzeiten’ entstehen immer wieder ähnliche Dynamiken im Austausch: Die für Deutschland geplanten Programme können zumeist realisiert werden, während Programme in Israel vielfach abgesagt werden müssen. Diskussions- und Entscheidungsfindungs-prozesse, ob eine Maßnahme in Israel tatsächlich stattfinden kann und soll, sind langwierig und beschäftigen alle Beteiligten - Jugendliche, Eltern, Teamer/innen und Entscheidungs-träger/innen auf deutscher und israelischer Seite. In Momente der Enttäuschung auf beiden Seiten über die entstehende ‚Einseitigkeit’ der Besuche mischen sich dann aktuelle Diskussionen zur politischen Situation in Nahost, die auf deutscher Seite immer wieder auch im Lichte israelkritischer Stimmen und zunehmend wahrgenommener Erscheinungsformen von Antisemitismus in Europa geführt werden.
- Gegenwärtig sind im außerschulischen Jugend- und Fachkräfteaustausch, der aus Bundesmitteln gefördert wird, 328 deutsche Träger involviert, hiervon sind 224 aus den westlichen und 104 aus den östlichen Bundes-ländern. Auf israelischer Seite sind 267 Träger in geförderte Maßnahmen involviert, wobei etwa 25 Träger aus dem arabischen (muslimischen, christlichen, drusischen und beduinischen) Bevölkerungsteil stammen.
- Die Absichtserklärung zur Einrichtung koordinierender Büros für den Jugendaustausch in beiden Ländern, die auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau durch das israelische Erziehungsmini-sterium und die damalige deutsche Bundesjugendministerin Dr. Christine Bergmann im Jahr 2000 unterzeichnet wurde, hat im Jahr 2001 zur Einrichtung von ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch auf deutscher Seite geführt. Auf israelischer Seite ist der Israel Youth Exchange Council vom Erziehungsministerium mit dieser Aufgabe betraut worden, der seinerseits jugendpolitische Kontakte in zahlreiche Länder pflegt. Eine Aufstockung von Mitteln oder personellen Ressourcen in Israel spezifisch für die deutsch-israelischen Kontakte steht noch aus.
- ConAct (‚Gemeinsam Handeln’) leistet als bundeszentrale Einrichtung im Auftrag des BMFSFJ mit zahlreichen Fachveranstaltungen vielfältige Arbeit zur Unterstützung der Träger, zur Fortschreibung der Kontakte wie auch zur Neugründung von Partnerschaften. Die Arbeit von ConAct wie auch bilaterale Austauschmaßnahmen und weitere Sonderprojekte werden im Jahr 2007 mit KJP-Sondermitteln für den deutsch-israelischen Austausch in Höhe von 1,6 Mio. Euro gefördert.
Weitere sowie detailliertere Informationen...
Die Informationen, erweitert um die Zusammenstellung von Bedeutungsaspekten deutsch-israelischer Begegnungen, finden Sie auch hier als pdf-Datei. Weitere sowie detailliertere Informationen und Literaturhinweise erhalten Sie bei ConAct.








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